Der mops-block bietet Gelesenes, Gehörtes, Gesehenes aus Orten, an denen mit Recht oder vom Recht gehandelt wird: Universität, Theater, Akademie, Kino, Literatur, Gericht, Verwaltung, Presse, Parlament etc.
Notiert wird das Flüchtige am Rechts-Geschäft, Flurgeflüster, Kantinengespräche, Marginales, Banales, Nichtgrundsätzliches, Ein- und Zugefallenes - Tagebuch und Meinung der Blocker und ihrer Gäste.

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Alexander Graf Lambsdorff, von dem einige sagen, er sei auch schon durch kluge Äußerungen aufgefallen, was ich weder bestätigen noch bestreiten kann, weil mir dieser Europaabgeordnete bislang nicht bekannt war, hat das Bundesverfassungsgericht der „Unkenntnis“ geziehen. Nicht der Unkenntnis an sich und überhaupt, sondern der Unkenntnis hinsichtlich aller „Vorgänge in Europa“, die der Abgeordnete selbstverständlich kennt. Weil das so ist, so geht der Gedanke weiter, kommt es zu „Fehleinschätzungen“, in deren Folge zu falschen Urteilen, und am Ende wird „der größte Mitgliedstaat Europas in seinem Handeln eingeschränkt“. Das ist fatal, denn dieser Mitgliedstaat sind WIR.

Rekonvaleszenz ist ein mühsames Geschäft. Der Körperbetrieb frisst den größten Teil des Tages. Gehen, Laufen, Marschieren, allerlei mehr oder minder lächerliche Übungen zur Wiedergewinnung früher nachlässig, fast schon bewusstlos geübter Beweglichkeit, Haltung, Kraft. Wer ständig auf den Körper achten, ihm zuhören, ihn füttern, loben oder tadeln muss, der braucht, absorbiert vom Fleischlichen und ohne Chance auf schöpferische Frische, Zerstreuung.

In deutschen Krankenhäusern geht es schrecklich zu. Hat man immer schon einmal gehört. Von vergessenen Messern im Bauch des Patienten, von der Operation am Blinddarm statt, wie vorgesehen, am Knie, war immer schon einmal die Rede. Aber in letzter Zeit häufen sich die Berichte. Ärzte brechen ihre Schweigepflicht titelte Die ZEIT und publizierte in ihrem Magazin vom 10. Mai 2012 eine ganze Serie haarsträubender Aussagen. Und knapp 14 Tage später hat S. Seymour Mikich unter dem Titel „Enteignet“ in der FAZ ihre Höllenfahrt durch eine deutsche Klinik und ihre Insassen geschildert.

Ich habe gute Kontakte in die Schweiz. Meine Zeit an der Universität Zürich – immerhin 7 Jahre – steht zweifellos als gewichtiger Habenposten in meiner Berufsbilanz. Auch danach blieben mir Land und Leute eng verbunden. Die Schweizer Rechts- und Staatsorganisation hielt für mich zwar mehr Überraschungen bereit, als ich angesichts der (nicht nur räumlichen) Nachbarschaft  je vermutet hätte, aber insgesamt hatte ich stets den Eindruck, ich bewegte mich auf vertrautem Gelände.