Der mops-block bietet Gelesenes, Gehörtes, Gesehenes aus Orten, an denen mit Recht oder vom Recht gehandelt wird: Universität, Theater, Akademie, Kino, Literatur, Gericht, Verwaltung, Presse, Parlament etc.
Notiert wird das Flüchtige am Rechts-Geschäft, Flurgeflüster, Kantinengespräche, Marginales, Banales, Nichtgrundsätzliches, Ein- und Zugefallenes - Tagebuch und Meinung der Blocker und ihrer Gäste.

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 Einer Anregung von Rainer Kiesow folgend, habe ich mich der Gutachtentransparenz befleißigt, und mein Erstgutachten an dieser Stelle publik gemacht (Julia Küppers I).Christoph Paulus hat sich angeschlossen und mir seinen Text überlassen (Julia Küppers II). Jetzt hat das Verfahren stattgefunden. Die Prüfungskommission (Marxen, Paulus, Simon) zeigte sich nicht so sehr von den Thesen der Verfasserin überzeugt als von der Radikalität ihrer Neugierde und ihrer kritischen Leidenschaft, Eigenschaften, die nach Meinung der Kommission Ausdruck und Garanten einer zutiefst wissenschaftlichen Haltung sind. Da genau danach aber gefragt werden sollte und die temperamentvolle Diskussion im Anschluss an den Vortrag die Vor-Urteile bestätigte, trug die Kommission keine Bedenken, die Kandidatin umstandslos mit höchstem Lob zu entlassen. Hier folgt, zum guten Ende der Geschichte, die Verteidigungsrede, die vielleicht den einen oder anderen zum Disput mit der Autorin anregen wird.

Alexander Graf Lambsdorff, von dem einige sagen, er sei auch schon durch kluge Äußerungen aufgefallen, was ich weder bestätigen noch bestreiten kann, weil mir dieser Europaabgeordnete bislang nicht bekannt war, hat das Bundesverfassungsgericht der „Unkenntnis“ geziehen. Nicht der Unkenntnis an sich und überhaupt, sondern der Unkenntnis hinsichtlich aller „Vorgänge in Europa“, die der Abgeordnete selbstverständlich kennt. Weil das so ist, so geht der Gedanke weiter, kommt es zu „Fehleinschätzungen“, in deren Folge zu falschen Urteilen, und am Ende wird „der größte Mitgliedstaat Europas in seinem Handeln eingeschränkt“. Das ist fatal, denn dieser Mitgliedstaat sind WIR.

Rekonvaleszenz ist ein mühsames Geschäft. Der Körperbetrieb frisst den größten Teil des Tages. Gehen, Laufen, Marschieren, allerlei mehr oder minder lächerliche Übungen zur Wiedergewinnung früher nachlässig, fast schon bewusstlos geübter Beweglichkeit, Haltung, Kraft. Wer ständig auf den Körper achten, ihm zuhören, ihn füttern, loben oder tadeln muss, der braucht, absorbiert vom Fleischlichen und ohne Chance auf schöpferische Frische, Zerstreuung.

In deutschen Krankenhäusern geht es schrecklich zu. Hat man immer schon einmal gehört. Von vergessenen Messern im Bauch des Patienten, von der Operation am Blinddarm statt, wie vorgesehen, am Knie, war immer schon einmal die Rede. Aber in letzter Zeit häufen sich die Berichte. Ärzte brechen ihre Schweigepflicht titelte Die ZEIT und publizierte in ihrem Magazin vom 10. Mai 2012 eine ganze Serie haarsträubender Aussagen. Und knapp 14 Tage später hat S. Seymour Mikich unter dem Titel „Enteignet“ in der FAZ ihre Höllenfahrt durch eine deutsche Klinik und ihre Insassen geschildert.