Der mops-block bietet Gelesenes, Gehörtes, Gesehenes aus Orten, an denen mit Recht oder vom Recht gehandelt wird: Universität, Theater, Akademie, Kino, Literatur, Gericht, Verwaltung, Presse, Parlament etc.
Notiert wird das Flüchtige am Rechts-Geschäft, Flurgeflüster, Kantinengespräche, Marginales, Banales, Nichtgrundsätzliches, Ein- und Zugefallenes - Tagebuch und Meinung der Blocker und ihrer Gäste.

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Gastbeitrag von Jan Friedeborn

I. Das Provisorium

Derzeit bahnt sich das Ratifizierungsgesetz für den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) seinen Weg durch Bundestag und Bundesrat. Mit diesem soll die ursprünglich auf drei Jahre befristete Übergangslösung Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) verstetigt werden. Nicht mehr ein dubios anmutendes special purpose vehicle im Gewand einer Aktiengesellschaft luxemburgischen Rechts soll die Mitgliedstaatenmilliarden zur Rettung der PIIGS-Staaten verwalten, sondern eine internationale Organisation auf Basis eines völkerrechtlichen Vertrags.

Studentenrevolte
Eine Einladung zog mich nach Frankfurt am Main. An die Goethe Universität, zu meinem ehemaligen „Fachbereich“, der juristischen Fakultät. Lange bin ich nicht mehr bei einer Veranstaltung der Fakultät gewesen. 1991 schon, glaube ich, bin ich ausgeschieden und in die Max Planck-Gesellschaft übergewechselt. Aber auch meine alten Kollegen amtieren längst nicht mehr. Sind im Ruhestand oder tot. Man sieht sich bei Beerdigungen.

Am 19. Januar 2012 war Julia Küppers in meinem Tagebuch. Jetzt taucht sie erneut auf. Zwischendurch wurde sie durch die universitäre Mühle geschleust. Christoph Paulus hat sich eingehend mit ihrem Text befasst und ein Gutachten geschrieben. Kurz und bündig, wie es seine Art ist. Die Mühle hat es auf meinen Schreibtisch gespuckt. Ich habe Paulus gefragt, ob er den Transparenzfreunden beitritt. Er hat lässig Zustimmung gewinkt. Wir reden noch ein bisschen darüber, wie man sich als Exempel Bauerkämper fühlen würde und verabreden uns zum Essen. Hier ist sein Votum:

Ich bin oft eingeladen. Das ist schön. Ich lasse mich gern einladen. Vor allem zum Essen. Weil ich ein alter Professor bin, müssen sich die Gastgeber etwas überlegen. Sie können mich nicht einfach zum Türken oder Chinesen an der Ecke führen, es sei denn, dort gibt es zufällig einen sehr guten Türken oder sehr guten Chinesen. Sie müssen selbst kochen, kochen lassen oder etwas Gehobenes aussuchen.