Der mops-block bietet Gelesenes, Gehörtes, Gesehenes aus Orten, an denen mit Recht oder vom Recht gehandelt wird: Universität, Theater, Akademie, Kino, Literatur, Gericht, Verwaltung, Presse, Parlament etc.
Notiert wird das Flüchtige am Rechts-Geschäft, Flurgeflüster, Kantinengespräche, Marginales, Banales, Nichtgrundsätzliches, Ein- und Zugefallenes - Tagebuch und Meinung der Blocker und ihrer Gäste.

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Bismarck auf dem Totenbett
Über Bismarck wurde schon einiges geschrieben. Auch daß Bismarck ein guter Redner war dürfte nicht unbekannt geblieben sein. Bismarcks Rhetorik hat ihre Bewunderer und hier und da auch einen verschämten Kritiker gefunden.

Das Funktionieren und die Wucht dieser Rhetorik an einem Beispiel genau studiert und analysiert gelesen zu haben, kann ich mich, sehe ich von Wolfgang Klages ab, nicht erinnern. Aber auch wenn ich es könnte: der Versuch von Ammar Rusch dürfte nicht als Reminiszenz an mein letztes Seminar im Jahre 2015 in meinen Archiven vergraben bleiben. Wenigstens die Mops-block Freunde sollten auch ihre Freude haben.

Und zwar hier

Wickelkind
Ich bin kein sonderlich frommer Mensch. Aber natürlich kann auch ich nicht ausschließen, daß irgendwo einer oder mehrere Allmächtige sitzen oder liegen oder stehen. Wenn ich das könnte, wäre ich ja selber allmächtig. Allmächtige bewirken, das gehört zum Begriff, was nur Allmächtige bewirken können. Eben ALLES.


Wolfgang Schuler alias "Kardinal von Sao Paolo und Osnabrück"



Wolfgang Schuler alias "Kardinal von Sao Paolo und Osnabrück"
Freund Wolf Paul aus Frankfurt, Wahlbrasilianer, westfälisch unterkühlter Spötter, Feinst-Schmecker, Feinst-Trinker und Feinst-Raucher, Satiriker mit begründeten misanthropischen Anfällen, hat mir eine theologische Köpinickiade geschickt. Der Schuster Friedrich Wilhelm Vogt hat seinerzeit mit seiner Gaukelei den preußischen Untertanengeist decouvriert und die autoritäre Obrigkeit der Lächerlichkeit preisgegeben. Der falsche Bischof hatte offenbar weniger Appetit auf Ideologie als auf ein gutes Essen und ein warmes Bett. Aber notierungswürdig sind die Wunder, die man mit geweihten Röcken immer noch erzielen kann gleichwohl. Lies hier ...
Kameradschaft
Eine Kommission der Berlin-Brandenburgischen Akademie tagt. Sie befasst sich mit dem Thema „Zitat und Paraphrase“. Auch der unaufmerksame Zeitgenosse ahnt, daß er hier einen Decknamen für ein Phänomen vor sich hat, das landläufig als Plagiat bezeichnet wird. Besser: keinen Decknamen, sondern einen wissenschaftlichen Titel, der es vermeidet, nach Sensation, Unterschleif, Lausbüberei, Charaktermangel, Häme usw. zu schmecken. Ich gehöre dieser Kommission an. Ungebeten, also ganz und gar freiwillig, habe mich hineingedrängt, als ich las „Zitat und Paraphrase“. Das roch nach einem Titel von Freund Markschies, einem Signal, das ich in irgendeiner akademischen Bekanntmachung aufschnappte, worauf ich den Leiter dieser Kommission, Christoph Markschies, anrief und fragte, ob er etwas dagegen hätte, wenn ich dazukäme.