Letzte Woche habe ich den Aufruf in Waren/Müritz zur „Anti-Antifa“ als „verschwurbelte Dialektik“ bezeichnet. Das war voreilig. Diese Woche ist eine neue Parole hinzugekommen, die verkündet, Vernichtung sei keine Befreiung. Dabei wird an irgendeinen Massensuizid erinnert, den die heranrückende Rote Armee in irgendeinem Städtchen provoziert hätte.

Näheres dazu kann ich aus zwei Gründen nicht mitteilen: sämtliche vorderen Treffer bei google verweisen auf die einschlägigen Nazi-Seiten, deren dümmliche Weltnetz-Propaganda mich zu sehr anekelt. Der zweite Grund ekelt mich ebenfalls an. Die Parole prangt eigentlich auf einem mit zahlreichen Informationen versehenen Aufkleber, den ich jedoch deshalb nicht näher studieren will, weil ihn der verantwortliche Chefideologe, in sicherem Gespür für die größtmögliche Verbreitung seiner Botschaften, auf die Innenseite der Toilettenschüssel des Regionalzuges geklebt hat.

Was soll denn das nun wieder heißen? Eine neue Form des viralen Marketing? Eine voller hintersinniger Symbolik steckende Scheinpropanganda eines V-Mannes? Eine bisher unbekannte Erscheinungsform von Nazi-Humor? Für mich jedenfalls mindestens eine dialektische Wendung zu viel.