Der mops-block bietet Gelesenes, Gehörtes, Gesehenes aus Orten, an denen mit Recht oder vom Recht gehandelt wird: Universität, Theater, Akademie, Kino, Literatur, Gericht, Verwaltung, Presse, Parlament etc.
Notiert wird das Flüchtige am Rechts-Geschäft, Flurgeflüster, Kantinengespräche, Marginales, Banales, Nichtgrundsätzliches, Ein- und Zugefallenes - Tagebuch und Meinung der Blocker und ihrer Gäste.

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Benjamin Lahusen, Alles Recht geht vom Volk aus
Die deutsche Rezensionskultur, das ist unbestritten, lässt zu wünschen übrig. Ein Autor handelt sich entweder das mainstream-Urteil ein, dass seine Arbeit zwar zu kritisieren, aber letztlich doch auch positiv zu bewerten sei oder er hört überhaupt nichts aus seiner friedlich schlummernden community oder er erfährt unkritisches Lob, das ihm die Förderung verweigert oder erlebt einen donnernden Verriss - ebenfalls ohne Förderung.

Aber es gibt auch Ausnahmen, immerhin! Dazu  hier....
Das Neue Jahr hat begonnen. An den Rändern der Berliner Straßen verenden die dem Wald entrissenen Tannen. Die abgesägten Beinstümpfe ragen in das schneelose, feuchte Wetter und signalisieren den sozialen Status derer, die sie genutzt und jetzt auf den Müll geworfen haben. Anspruchsvoll und stufenweise ausgefräste Stümpfe deuten auf große und prachtvolle Ständer, unbearbeitetes Holz mit Bohrlöchern an der Seite signalisiert schlichte Verschraubung in einfacher Halterung.

Habe mir ein Buch und einen Film zur Vorbereitung auf das Neue Jahr geleistet:

Das Buch: Grundsätze von Verfertigung der Relationen aus Gerichtsacten, mit nötigen Mustern. Zum Gebrauch der Vorlesungen – von Justus Claproth (1728-1805). Sicher nur für Menschen mit Interesse am Rechtsunterricht. Also für relativ wenige. Für die aber durchaus kurzweilig. Mit einer Vorrede von dem Verhältniß der Theorie und der Ausübung der Rechtsgelehrsamkeit.

Auf dem bürgerlichen Auge blind? Das Berliner Landgericht hat soeben vier jugendliche Schläger, die einen 30-jährigen Handwerker auf einem Berliner U-Bahnhof in ein wochenlanges Koma geprügelt haben, wegen versuchten Mordes aus niederen Beweggründen zu Haftstrafen von vier bis sechs Jahren verurteilt. Man möchte das mit grimmiger Zufriedenheit zur Kenntnis nehmen. Vier bis sechs Jahre: das ist nicht wenig.