Der mops-block bietet Gelesenes, Gehörtes, Gesehenes aus Orten, an denen mit Recht oder vom Recht gehandelt wird: Universität, Theater, Akademie, Kino, Literatur, Gericht, Verwaltung, Presse, Parlament etc.
Notiert wird das Flüchtige am Rechts-Geschäft, Flurgeflüster, Kantinengespräche, Marginales, Banales, Nichtgrundsätzliches, Ein- und Zugefallenes - Tagebuch und Meinung der Blocker und ihrer Gäste.

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Theo-Ulrich Ludwig von Eichenbach, der Anonymus mit der zuckersüssen und nur leicht giftigen Suada könnte verstorben sein. Es finden sich Andeutungen von letaler Migräne, Ess- und Verdauungsstörungen (mit entsprechenden Gegenphantasien: siehe Sahnetorte!). Vor einiger Zeit hat er mir eine, wie er versicherte, letzte Erweiterung und Verbesserung seiner Karl Theodor-Studien geschickt. Ich habe sie auf Eis gelegt, weil ich seiner Schlußstrichbeteuerung keinen rechten (linken?) Glauben schenkte und befürchtete einem Karl Theodor-Bandwurm ausgesetzt zu werden, der mir mein Tagebuch ruiniert und zudem - da er Lektüre verlangt, zunehmend Langeweile verbreitet. Aber er hat sich nicht mehr gerührt, so daß ich meinerseits gerührt ob dieser unschicklichen Verdächtigung eines doch nicht unverdienten Mannes sein politisches Testament doch las und es jetzt unverzüglich als - wenn auch nicht im Mommsenschen Format - beherzigenswert publik mache.
Einladung ins Wissenschaftskolleg Berlin. Am Freitag den 30. März 2012 wird Olivier Jouanjan von 14.00 – 17.00 Uhr die Ergebnisse eines zweitägigen Workshops  „Recht und Normativität im Nationalsozialismus“ vorstellen. Ein Thema über das man immer wieder reden und hören kann.

Ich gehe hin und finde fünf Redner vor.

Am 14. März wurde Geschichte geschrieben. Wieder einmal. Diesmal von Juristen, die ja normalerweise nicht im Verdacht stehen, historische Ereignisse zu produzieren. Als aber am Mittwoch der argentinische Chefankläger des ständigen Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) in Den Haag Luis Moreno Ocampo vor die Kameras trat, um mit bewegter Stimme den soeben vom Gericht verkündeten Schuldspruch als Meilenstein in der internationalen Völkerrechtsgeschichte zu kommentieren, ging es tatsächlich um Einzigartiges:




Der Bildakt

(Ein Seminarprotokoll)

I.




14 genussvolle Lesestunden: Horst Bredekamp, Theorie des Bildakts (Suhrkamp 2010, 333 Seiten Text, mit Literatur und Namenregister 363 Seiten, viele Bilder, durchgängig viel zu klein als daß sie dem unbewaffneten Auge das zeigten, was der Autor in ihnen sah). Ein großartiges Buch. Vertieft zusammengewachsen aus den Früchten jahrelanger Studien. Strotzend vor immenser kunsthistorischer Kenntnis, stupender Überblick über die Geschichte der Philosophie, eindringliche Sprache, verwegene Rhetorik, gelegentlich trunken von Metaphern und Vergleichen („gleichsam“, „wie wenn“, „als ob“).