Der mops-block bietet Gelesenes, Gehörtes, Gesehenes aus Orten, an denen mit Recht oder vom Recht gehandelt wird: Universität, Theater, Akademie, Kino, Literatur, Gericht, Verwaltung, Presse, Parlament etc.
Notiert wird das Flüchtige am Rechts-Geschäft, Flurgeflüster, Kantinengespräche, Marginales, Banales, Nichtgrundsätzliches, Ein- und Zugefallenes - Tagebuch und Meinung der Blocker und ihrer Gäste.

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Am 14. März wurde Geschichte geschrieben. Wieder einmal. Diesmal von Juristen, die ja normalerweise nicht im Verdacht stehen, historische Ereignisse zu produzieren. Als aber am Mittwoch der argentinische Chefankläger des ständigen Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) in Den Haag Luis Moreno Ocampo vor die Kameras trat, um mit bewegter Stimme den soeben vom Gericht verkündeten Schuldspruch als Meilenstein in der internationalen Völkerrechtsgeschichte zu kommentieren, ging es tatsächlich um Einzigartiges:




Der Bildakt

(Ein Seminarprotokoll)

I.




14 genussvolle Lesestunden: Horst Bredekamp, Theorie des Bildakts (Suhrkamp 2010, 333 Seiten Text, mit Literatur und Namenregister 363 Seiten, viele Bilder, durchgängig viel zu klein als daß sie dem unbewaffneten Auge das zeigten, was der Autor in ihnen sah). Ein großartiges Buch. Vertieft zusammengewachsen aus den Früchten jahrelanger Studien. Strotzend vor immenser kunsthistorischer Kenntnis, stupender Überblick über die Geschichte der Philosophie, eindringliche Sprache, verwegene Rhetorik, gelegentlich trunken von Metaphern und Vergleichen („gleichsam“, „wie wenn“, „als ob“).

Der Vater meiner Mutter war Holzschuhmacher, Waldarbeiter und sammelte Alteisen. Ich durfte oder mußte (die Frage wurde nicht erörtert und ich war stets begeistert) bei allen seinen Verrichtungen zusehen. Wie er aus klobigen Klötzen mit festen und weichen Schlägen nach und nach einen Clog herausholte, wie er mit der Axt einer dicken Fichte zu Leibe rückte, wie er zwischen rostigen Rohren, Platten und Drähten herumstapfend und stochernd prüfend ein Stück heraussuchte und einem Interessenten vorlegte.

Frank Schirrmacher hat vor ziemlich genau einem Jahr für das Feuilleton der FAZ ein bemerkenswertes Interview geführt. Sein Gesprächspartner war Mohammed Waheed Hassan, hochrangiger Politiker der Malediven, und der Leser erfuhr – verblüfft und irgendwie gerührt – dass sich in dem kleinen südasiatischen Staat seit einiger Zeit schier Unglaubliches zutrug.