Der mops-block bietet Gelesenes, Gehörtes, Gesehenes aus Orten, an denen mit Recht oder vom Recht gehandelt wird: Universität, Theater, Akademie, Kino, Literatur, Gericht, Verwaltung, Presse, Parlament etc.
Notiert wird das Flüchtige am Rechts-Geschäft, Flurgeflüster, Kantinengespräche, Marginales, Banales, Nichtgrundsätzliches, Ein- und Zugefallenes - Tagebuch und Meinung der Blocker und ihrer Gäste.

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Berlin 7. November 2011. Senator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner wird verabschiedet. Nichts Besonderes. Dauernd werden irgendwelche Politiker verabschiedet. Die Situation meist analog einer Beerdigung. Es wird gelogen, was das Zeug hält. Der Verabschiedete steigt zum Superstar auf. Öffentliche Trauer und klammheimliche Freude.

"Quasselbude" war in Zeiten der Weimarer Republik ein beliebter Ausdruck, mit dem weite Teile der öffentlichen Meinung ihre Bewertung des Parlaments zum besten gaben. Weimar ist gescheitert, wenngleich nicht an diesem Ausdruck. Aber beim zweiten Versuch, eine deutsche Demokratie zu installieren, war der Ausdruck wieder da - und da man entschlossen war, jeden Stolperstein, den man in der Geschichte Weimars entdeckt hatte, zu beseitigen, schuf man die 5% Klausel.

Vgl. SPIEGEL-online, 28. 10. 2011, Anwälte für Verfassungsbruch 

Rechtsanwälte haben es schon immer schwer gehabt, andere von ihrer Untadeligkeit zu überzeugen. Friedrich Wilhelm I hat seine diesbezügliche Abneigung in einer berühmten Kabinettsorder von 1726 verewigt, die noch heute in der Kleiderordnung ihre Spuren zeigt : Wir ordnen und befehlen hiermit allen Ernstes, dass die Advocati wollene schwarze Mäntel …zu tragen haben, damit man die Spitzbuben schon von weitem erkennt.

Rostock im Oktober. Sonnig und kühl. Am Bahnhof bietet Rechtsanwalt Kerls auf großen Plakaten seine Dienste im Arbeitsrecht an. Früher galt so etwas als standeswidrig. Aber in Marketing-Zeiten ist die Sensibilität für Stil geschwunden. Dafür sieht man den Anwalt im Ganzkörperformat. Ob das Vertrauen schafft?